- - AMNESIA-MEMORIA

Amnesia – Memoria, eine Ausstellung darüber, wie Identität entsteht, was sie ist und was sie macht. Im Rahmen der Regionalpartnerschaft zwischen Thüringen und der Picardie im Norden Frankreichs haben sich Studierende der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit Studierenden der École Supérieure d’Art et Design (ESAD) und der Université de Picardie Jules Verne (UFR) aus Amiens zusammengeschlossen. Sie beschäftigten sich mit der Frage des Erinnerns und des bewussten Nicht-Erinnerns. Die Grundidee war die künstlerische Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Erinnerungskulturen der beiden Regionen.

Jeder Reisende erfährt Unterschiede in den praktischen Identitäten der Gegend, die er besucht. In wie weit sie als aufregend oder merkwürdig empfunden werden, hängt dabei vor allem von den eigenen Prägungen ab. Jede interkulturelle Begegnung führt daher schließlich zu einer Selbstwahrnehmung und zur Reflexion der eigenen Werte. Amnesia – Memoria widmete sich vorrangig Konzepten des Selbst und Identitätskonstruktionen der beiden Regionen. Die Ausstellung beschäftigte sich also mit regionalen Identitäten innerhalb nationaler Grenzen, was den Vorteil bot, jene als kulturelle Praktiken, Routinen und Lebensformen beschreiben zu können, ohne sie mit dem Label typisch „französisch“ oder „deutsch“ etikettieren zu müssen.

Nun werden nicht alle Ereignisse unbedingt als erinnerungswürdig betrachtet, weshalb davon auszugehen ist, dass das Erinnern notwendigerweise ein Vergessen voraussetzt. Das trägt zur Bildung unterschiedlicher Erinnerungskulturen bei. Im Rahmen der Ausstellung Amnesia – Memoria haben sich fotografische und filmische Arbeiten der Frage genähert, ob und inwiefern Vergessen notwendig ist, um eine gemeinsame Identität zu schaffen. Sie rückten die Mechanismen individuellen und kollektiven Auswählens und Entscheidens ins Scheinwerferlicht. Dem Blick der Besucher der Ausstellung zeigte sich, dass nicht notgedrungen das Vergessen eines Ereignisses, sondern vielmehr der Verzicht auf eine Erinnerung ausschlaggebend sind. Identität als kreative Neuschöpfung beruht gleichermaßen auf beidem – Amnesia und Memoria.

Beteiligte KünstlerInnen:

Sergio Castaño Palencia, Nina Eckhardt, Astrid Frey, Steffen Groß, André Günther, Georg Hilburger, Florian Hildebrand, Peggy Kaden, Florian Licht, Fabian Nerstheimer, Olga Nesterenok, Adrian Palko, Gabriel Rausch, Maria San Martin Escudero, Daniela Schmalfeld, Berit Schönfelder, Hermann Stamm, Nora Ströbel, Carolin Vogel, Kristin Wagner, Anne Walterfang, Herbert Wentscher, Judith Winterhager, Linna Xu und Christina Zimmermann, Louis Eveillard, Cindy Cornu, Cédric Pierre, Ondine Pannet, Olivier Samyde, Estelle Allart, Claire Mahieux, Margot Planquelle, Anna Bregaint, Estelle Allart, Claire Mahieux, Margot Planquelle, Anna Bregaint, Charles Rabany, Lucas Simoni, Flora Pillon, Nicolas Betoux, Hélène Duboc

Wann 09.04.2010 bis 16.05.2010
Wo Neues Museum, Weimarplatz 5, Weimar
Projektleitung Bauhaus-Universität Weimar: Prof. Hermann Stamm, Steffen Groß, Prof. Herbert Wentscher, Christina Zimmermann, Prof. Dr. Karl Schawelka, Constanze Fritzsch M.A.
École Supérieure d’Art et Design: Prof. Barbara Dennys, Prof. David Rosenfeld, Gaël Clariana
Université de Picardie Jules Verne: Prof. Dr. Serge Bismuth, Prof. Eric Vallette, Vincent Ciciliato