- - BAUHAUS ESSENTIALS 2011

Das im Jahr 2010 neu gegründete Ausstellungs- und Präsentationsformat Bauhaus Essentials warf auch im Jahr 2011 wieder einen kritischen Blick auf das kreative Schaffen an der Bauhaus-Universität und überprüft dieses auf seine Essenz. Die Ausstellung Bauhaus Essentials 2011 versammelte schließlich 21 Werke und Projekte von Studierenden, die bemerkenswert innovative Arbeitsansätze und Lösungen zu zeitgenössischen Fragestellungen darstellten. Sie waren von einer unabhängigen Jury im Rahmen der Jahresumschau summaery 2011 ausgewählt worden.

Die Urheber der drei herausragendsten Arbeiten wurden mit dem Grafe-Kreativpreis ausgezeichnet. Jene Studierenden bekamen die einmalige Chance, sich mit ihren Werken auf der Preview Berlin, einer internationalen Kunstmesse, der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Die Messe repräsentiert ein besonderes Format, das sich explizit aufstrebenden KünstlerInnen und Tendenzen verschrieben hat. Die Universitätsgalerie marke.6 vertrat an ihrem Messestand exklusiv die drei PreisträgerInnen Rosemarie Weinlich, Martin Schade und Jörg Brinkmann. Sie gab ihnen damit Gelegenheit, einen Fuß inmitten der professionellen Kunstwelt zu setzen, erste Erfahrungen zu sammeln und sich als KünstlerInnen zu behaupten.

Sowohl an der Preview Berlin als auch in den Galerieräumen der marke.6 war die filigran anmutende Glühbirnen-Installation von Rosemarie Weinlich ein Besuchermagnet. Die Arbeit, die den Titel Habitat trägt, geht von der Annahme aus, dass das Universum ein abgeschlossenes System ist, sodass alles Leben irgendwann einmal erlöschen wird. Durch ihre Miniaturisierung dieses Umstands auf Glühbirnengröße trägt die Arbeit zu einer melancholischen Erinnerung an die Vergänglichkeit bei. Die Bacchus Bombe von Martin Schade verweist auf die Selbstverständlichkeit des Rausches in unserer Gesellschaft. Sie steht nicht für eine Kritik gegenüber dem „Berauschen der Sinne“, sondern dafür, dass wir ihre Explosion als selbstverständlich hingenommen haben, fortwährend mehr wollen und uns darum noch streiten.

Außerdem präsentierte die Ausstellung die Videoinstallation Simulation von Jörg Brinkmann. Sie zeigt den Künstler selbst, wie er regungslos in die Kamera blickt. Nur seine Lippen bewegen sich – sie werden bewegt, von einem kleinen Motor, der an der Unterlippe befestigt ist. Gesteuert wird der Motor von einem Programm, das auf Sprachdateien reagiert, die über die Lautsprecher wiedergegeben werden. So wird der Körper des Künstlers zur Simulation und wirft Fragen nach dem Verhältnis von Nachricht und Medium auf.

Beteiligte KünstlerInnen:

Martin Schade, Jörg Brinkmann, Rosmarie Weinlich, Marie Christin Stephan, Alice Valiergue, Kaspar Elias Kimmel, Kai Cui, Wassilij Grod, René Renschin, Eleni Froudaraki, Lucian Patermann und Maxie Götze, Tommy Neuwirth, Anja Waldman, Laurence Gilbertz, Johannes Siebler, Peter Hatz, Dioberma Diaz, Anna Margarita Köhler, Peter Krug, Zürich meets Weimar, Opaque Pavillion

Jury

  • Dr. Jörg Rothamel
  • Severin Wucher
  • Dr. Alexander Klose
  • Dirk Teschner

Wann 30.09.2011 bis 20.11.2011
Wo Neues Museum, Weimarplatz 5, Weimar
Kuration Kristian Jarmuschek
Produktionsleitung Patricia de Paula
Projektkoordinator Frederik Esser