- - BAUHAUS TRIFFT BAUHAUS UND BAUT SICH EIN KINO

Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Bauhauses hat die Galerie marke.6 Ideen und Fragen des historischen Bauhauses vor dem Hintergrund zeitgenössischer Entwicklungen aufgegriffen. Mit Bauhaus trifft Bauhaus… und baut sich ein Kino präsentierte sie filmische Versuche und architektonische Kinoentwürfe des historischen Bauhauses gemeinsam mit Arbeiten aktueller Künstler, Filmemacher und Gestalter. Das Herzstück der Ausstellung bildete der Bau eines Kinoraumes nach einem Entwurf von Herbert Bayer aus dem Jahr 1924. In diesem speziell angefertigten Kinoraum wurden zeitgenössische Arbeiten mit filmischen Bezugnahmen und Interpretationen auf die historischen Experimente am Bauhaus vorgeführt. Zudem stellte das Bauhaus Film-Institut in dem Programm Young Bauhaus Today weitere Arbeiten von Studierenden und Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar, der Hochschule Anhalt Dessau und anderer Hochschulen vor, die allesamt in der Tradition und Auseinandersetzung mit Bauhaus-Ideen entstanden waren.

So bezog sich beispielsweise die filmische Arbeit lichtspiel cmyk von Cornelius Moritz explizit auf den Licht-Raum-Modulator (1930) von László Moholy-Nagy, der die Bewegungen und Lichteffekte des Apparates in seinem Film Lichtspiel Schwarz-Weiß-Grau festgehalten hatte. Im Gegensatz zu Moholy-Nagys Arbeit befasst sie sich mit den Druckfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key als Farbtiefe. Sie bilden die technische Grundlage des modernen Vierfarbdrucks und das zentrale Motiv des filmischen Lichtspiels, das mit der Komposition aus verschiedenen Aufnahmen der Druckwerkstatt der Bauhaus-Universität, untermalt von originalen Geräuschen eines Druckers, operiert.

Durch die Ausstellung entstand ein Dialog zwischen den zeitgenössischen Werken und den Filmen von László Moholy-Nagy, sowie den Film-Partituren der Bauhäusler Werner Graeff und Kurt Kranz. Weitere Einblicke in die aktuelle Faszination für die frühen Film-Experimente der Weimarer Bauhaus-Ära gaben die Rekonstruktionen der Farblichtspiele von Ludwig Hirschfeld-Mack.

Beteiligte KünstlerInnen:

Anna Linke, Nora Körner, Kathrin Beckmann, Stanley Schmidt, Mariana Pinar Castallano, Großwesir Walter ,Jonas Pietsch, Man Wai Wong, Ali Chibli, Jana Keuchel, Elena Galitsch und Rayan Malik Hassan, Thilo Skusa, Herbert Wentscher, Cornelius Moritz, Michael Marianek, Matthias Popp, Robert Seidel, Florian Gwinner, Daniel Burkhardt, Viktor Hoffmann, Thomas Oswald, Franziska Ptak und Sylvia Steinhäuser, Uwe Flade, Jan Schönwiesner, Christian Sturm, Enis B. Khemais, Michael Brunik, Christoph Iwanow und Stephan Witthöft. 

  • Nachtflug - Nora Körner
  • moHoly - Man Wai Wong
  • Partitur in 3 Gängen - Elene Galitsch

Wann 01.04.2009 bis 12.07.2009
Wo Neues Museum, Weimarplatz 5, Weimar
Kuration Christina Zimmermann, Juliane Fuchs, Sophia Gräfe, Schroeter und Berger
Produktionsleitung Dörte Ilsabé Dennemann
Bauliche Umsetzung Dipl.-Ing. Architektin Kristina Hoffmann, Ana Sammeck, Frederik Esser, Lucian Patermann