- - ES GIBT HäPPCHEN

Mit der Ausstellung Es gibt Häppchen! kehrte die Universitätsgalerie ihren Blick vom Ort der Präsentation ab und richtete ihn stattdessen auf das Ausstellungskonzept als solches. Der Titel der Ausstellung sollte nicht bloß Besucher anlocken, sondern wandte sich bereits im Vorfeld an die kreativen Köpfe der Bauhaus-Universität mit der Einladung: „Kommt! Es gibt Häppchen!“. Wer dieser Aufforderung der marke.6 folgte, bekam eine 25x25 cm große MDF-Platte ausgehändigt. Diese sollten als Präsentierteller für die mundgerechte Portion der eigenen Kunst, Arbeit oder des Humors gestalten werden.

Walter Gropius hatte bereits in seinem Programm von 1919 die „Pflege freundschaftlichen Verkehrs zwischen Meistern und Studierenden außerhalb der Arbeit“ ausdrücklich zu einem Ziel am Bauhaus erklärt. Unzählige selbst gefertigte Objekte, Präsente und Gaben von Bauhäuslern an Bauhäusler sind ein gelungenes Beispiel für die Umsetzung dieses Diktums. Sie reichen von der spielerischen Bastelei über launigen Kitsch bis zum hochkarätigen Kunstwerk und zeugen von der Fähigkeit zur heiteren Selbstironie. Diese Tradition wieder aufgreifend, waren im Sommer 2008 alle Bauhäusler aufgefordert, sich mit ihrem individualisierten Stück Holzfaserplatte an der zweiten Ausstellung der Universitätsgalerie zu beteiligen.

Mit dieser Schau wagte die Galerie marke.6 ein Ausstellungsformat, das die verschiedensten Einreichungen, wie in einem Baukastensystem zu einer großen Skulptur vereinte. Dieses Konzept verweist einerseits auf Gepflogenheiten der Präsentation und die berühmte Aura der Hochkunst und andererseits auf die kuratorische Kombination von Werken zu einem stimmigen Ganzen. Im doppelten Wortsinn hing eben dieses Mal alles zusammen.

Zur Vernissage am 3. Juli 2008 wurde dann, neben echten Häppchen, diese vielfältige Collage aus mini-Werken dargeboten, welche das künstlerische und gestalterische Schaffen an der Bauhaus-Universität zusammenfassen und nach außen präsentieren sollte. Die marke.6 konnte so ihren Anspruch auf Offenheit und Interdisziplinarität weiter untermauern – häppchenweise.

Beteiligte KünstlerInnen:

Studierende, MitarbeiterInnen und Lehrende der Bauhaus-Universität Weimar

Wann 04.07.2008 bis 09.10.2008
Wo Neues Museum, Weimarplatz 5, Weimar
Projektleitung Dörte Ilsabé Dennemann