- - KOLLISIONEN

Die Kollision bezeichnet einen Zusammenprall, eine Kontroverse oder Differenz. Eine Kollision erschüttert und verändert Dagewesenes. Nichtsdestotrotz kann sie ebenso neue Verbindungen schaffen oder Chancen aufzeigen.

Unter dem Titel Kollisionen realisierte die marke.6 erstmals eine Schau von Werken ehemaliger Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar. Die Werke beschäftigten sich thematisch mit den Kollisionen im Leben von StudentInnen eines künstlerischen Studiengangs und jungen KünstlerInnen. Einen Angelpunkt bildete hierbei der Aufprall persönlicher Idealvorstellungen und Träume mit realen Bedingungen am Arbeitsmarkt. In Zeichnungen, Installationen und im Format der Malerei erzählten die beteiligten KünstlerInnen auf vielfältige Art und Weise Geschichten, in denen Illusionen und Potentiale sowohl zerstört wurden als auch aufs Neue keimten.

Während des Studiums befindet sich das Ziel, der Abschluss, meist in sicherer Distanz – gerade noch nah genug, damit man nicht vergisst, warum man eigentlich „hier“ ist. Doch welche Ziele stecken sich absolvierende Studenten und Studentinnen? Welchen Herausforderungen müssen sie sich mit dem akademischen Entlassungszeugnis eigentlich beim Eintritt in das Berufsleben stellen?

Seit 1993 die Fakultät Gestaltung an der Bauhaus-Universität eingerichtet wurde, kann man in Weimar ein Diplom in Freier Kunst erlangen. Im Gegensatz zum Großteil deutscher Kunsthochschulen und -akademien wird dabei programmatisch auf fachspezifische Klassen verzichtet. An erster Stelle der Ausbildung steht die Sensibilität gegenüber aktuellen Bedingungen und den Möglichkeiten künstlerischen Schaffens. Die Vermittlung von Handfertigkeiten, d.h. Technik und Umsetzung einer künstlerischen Idee, folgen in einem zweiten Schritt. Dieser Studienaufbau hat immer wieder zu Kontroversen geführt. Mit dem Ausstellungsprojekt Kollisionen entschied sich die marke.6 für eine offene Konfrontation mit der Frage, was machst du mit dem Bauhaus-Diplom?

Der Vielseitigkeit und Widersprüche des Phänomens der Kollisionen Rechnung tragend, setzte die Ausstellung drei verschiedene Schwerpunkte. Der erste Bereich widmete sich der chaotisch-zerstörerischen und mithin materiellen Dimension von Kollisionen. Aufeinanderprallende Materialien und Materien, simple Zerstörung und Verformung verliehen der Thematik Gestalt. Eine symbolische wie auch reflektiert problemorientierte Annäherung an das Künstlersubjekt, das auf dem Arbeitsmarkt um Anerkennung ringen muss, behandelte der zweite Teil der Ausstellung. Den dritten Part fokussierte soziale wie kulturelle Karambolagen, welchen insbesondere im Medium der Zeichnung und der Installation verhandelt wurde.

Auch der persönliche künstlerische Werdegang der KünstlerInnen wurde im Rahmen der Ausstellung in den Blick genommen und leistete einen wichtigen Beitrag zum Austausch mit den derzeitigen Studierenden. Dabei dienten Kurzportraits der teilnehmenden Alumni dazu, die Besucher über deren Schaffen zu informieren und zu eigenen Gedanken zu animieren. So wurden neben künstlerischen Produkten zusätzlich Projekte, wie beispielsweise die Galerie Eigenheim des Künstlers Konstantin Bayer, vorgestellt. wichtiger Bereich der Ausstellung Platz für die Präsentation von Galerien und anderen Projekten. Die beiden Künstlerinnen Claudia Olendrowicz und Charlotte Seidel zeigten, dass durch die Erweiterung des künstlerischen Horizonts spannende kuratorische Arbeiten entstehen können. Jenseits des Kunstmarktes bewegten sich die Architekten Falko Bärenwald und Juliane Grüning. Sie boten Einblick in ihre Bauprojekte der vergangenen Jahre.

Die Ausstellung Kollisionen hatte sich damit zur Aufgabe gemacht, zum Denken anzuregen und den Erfahrungsaustausch zwischen Alumni und gegenwärtigen Studierenden zu stärken.

Kuration: Bence Fritzsche

 

 

Wann 15.06.2012 bis 08.09.2012
Di - So 11:00 - 16:00 Uhr
Wo Neues Museum, Weimarplatz 5, Weimar

 


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