- - RAUM’GESTALT – RAUMKONZEPTE DES 20. UND 21. JAHRHUNDERTS

Raum’Gestalt – ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der Architektur.

Der Begriff umfasst die Gestalt des Raumes sowie die Gestaltung des selbigen in gleichem Maße und bezeichnet damit treffend ein bedeutendes Tätigkeitsfeld der Architekten. In Annäherung an diesen komplexen Verantwortungsbereich hat sich der Lehrstuhl Entwerfen und Innenraumgestaltung der Fakultät Architektur im Wintersemester 2009/2010 in Seminaren und Übungen auf die Spuren besonders, wegweisender und vor allem qualitätsvoller Raumgestaltungskonzepte begeben. Begonnen wurde mit einer zeichnerischen Analyse im Sinne einer Deduktion. Sie diente als Ableitung des Besonderen und ermöglichte Erkenntnisse über das Entwerfen im Einzelfall. Dabei wurden die Entwurfskonzeptionen auf ihre Einzelteile zurückverfolgt, einzelne Parameter zeichnerisch herausgelöst und diskret dargestellt. Bei dieser Betrachtungsweise wird der eigentliche Entwurf in seine raumkonstituierenden sowie gestaltprägenden Elemente zerlegt und zum Vorschein gebracht. Diese Analyse dient – didaktisch gesehen – als eine Grundlage für die Synthese in den anschließenden Entwurfsübungen. Ergänzend zur zweidimensionalen Visualisierung wurden schließlich räumliche, also dreidimensionale, Zusammenhänge in Modellen im Maßstab 1:33 veranschaulicht. In ihnen werden wesentliche Elemente der abstrakten, zweidimensionalen zeichnerischen Darstellung oder auch der so genannten virtuellen Räume in einer proportional richtigen, räumlich gestalterischen Gesamtheit sichtbar. Die Lehrveranstaltungen zur Ausstellung richteten sich an die ersten Semester (Grundstudium-Diplom und Bachelorstudium), um die Studierenden möglichst früh mit herausragenden und charakteristischen Architektur- und Raumkonzepten vertraut zu machen.

Entstanden ist hierbei eine Art „Raumbibliothek“, die bedeutende Raumkonzepte vergleichbar archäologischen Funden archiviert und dokumentiert hat. Ihre Benutzung dient der Erzeugung vertieften Bewusstseins für räumliche Zusammenhänge. Sie ist beliebig erweiterbar und befindet sich in ständigem Wandel. Die Ausstellung der marke.6 realisierte eine Art Rundgang durch diese Bibliothek. Es war ein Rundgang, der das Tätigkeitsfeld des Architekten – die Realisierung von nutzbaren Räumen – in einer Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit demonstrierte. Gezeigt wurden dabei insbesondere Strömungen, Tendenzen und einzelne Entwicklungslinien in der Gestaltung von Räumen im 20. und 21. Jahrhundert.

Beteiligte KünstlerInnen

Eckhard Breilmann, Oliver Burk, Matthias Gühne, Mario Anschütz, Ilka Hausmann, Michael Rohner, Sandra Wiedemann, Sabrina Colombo, Loris Negro, Claudia Lübbe, Jonas Jüttner, Jan Schneidewind, Julia Brinkmann, Sabine Kamke, Arne Mailbohm, Virginijus Gerdvilis, Monic Frahn, Hendrik Johannsen, Timo Riechert, Markus Schedensack, Jörg Weber, Stefan Moser, Ronny Neitsch, Anke Becker, Manuela Krusch, Stefan Moser, Robert Bleschert, Karin Doberstau, Antje Uebernickel, Christoph Messow, Anja Schirrmeister, Sandra Bernhardt, Yvonne Erward, Karsten Hönig, Andreas Gernandt, Hagen Rust, Daniela Siede Jochen Kretschmer, Anja Kramski, Georgia Martinelli, Stafan Fast, Martin Riechel, Toralf Sontag, Sebastian Bähring, Bernd Kolbe, Sabine Steinert, Emanuela Tajolini, Martin Edelmann, Lasse Lutjens, Julian Reisenberger

Wann 26.01.2010 bis 14.02.2010
Wo Neues Museum, Weimarplatz 5, Weimar
Projektleitung Dörte Ilsabé Dennemann