FELIX RUFFERT

 

Herkunft Jena
Fach-/Kunstrichtung Installation, Zeichnung, Conceptual Art, Kunst im öffentlichen Raum 
Studienrichtung Alumni: Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien (MA), Gestaltung/ Art and Media Design, Lehramt Gymnasium  
Curriculum Vitae
2012 Gastdozent (Jun.-Prof. Dr. Dreyer) Bauhaus-Universität Weimar
2008 Kurator KoCA Weimar
2007 Firmengründung art+wege mit Thomas Ritschel
2007 Staatsexamen LA in den Fächern Kunst/Deutsch, seitdem  Gymnasiallehrer am Ratsgymnasium in Erfurt
2005 Arbeit im deutschen Pavillon auf der 51. Biennale in Venedig für Thomas Scheibitz/Tino Sehgal
2004 Studienaufenthalt am Instituto Universitario di Architettura Venezia/Facoltá di Arte e Design/clasAV (Postgratduate Program in Visual Arts) in Venedig (Italien)
2003 Masterstudium/MFA “Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien” an der Bauhaus-Universität Weimar
1999 Studienaufenthalt an der Universität Pisa (Italien). Weiterführung des Studiums an der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Liz Bachhuber und K. Hohmann

Felix Ruffert forscht und sucht die Sinnzusammenhänge der Kunst primär im Alltäglichen, das er ortsbezogen befragt und je nach Kontext unterschiedlich materialisiert. Ein künstlerischer Forschungsansatz zieht sich durch sein gesamtes Werk, sei es in der oral history, als Befragung von Menschen oder in der teils auch ironisch-poetischen Revitalisierung von ausgedienten Gerätschaften und Objekten. 

 

"Fredrick Chance Museum of Coincidence"
(Vom Ende der Welt)

Das fiktive Museum Fredrick Chance Museum of Coincidence arbeitet international erfolgreich seit dem Jahr 2007 mit unterschiedlichen künstlerischen Statements zum Thema der Koinzidenz. 

Mit  Koinzidenz  (con, lat. = mit; incidere, lat. = einfallen) ist hier meist ein zeitliches, manchmal ein räumliches, aber oftmals unerklärbares  Zusammentreffen von Ereignissen gemeint.

Von großem Interesse für das Museum ist dabei die nachgewiesene Feststellung, dass von einer Koinzidenz zweier oder mehrerer Ereignisse auf einen kausalen, also ursächlichen Zusammenhang zu schließen,  logisch  betrachtet einen  Fehlschluss  darstellt. Trotzdem wird der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch ungeachtet dessen oftmals verwendet, um einen vermuteten kausalen Zusammenhang koinzidenter Ereignisse.

Im Kontext des klassischen Ausstellungsbetriebs hinterfragt das Museum demzufolge gezielt den Wahrheitsanspruch von überlieferten Zeugnissen und Objekten geschichtlicher und kultureller Ereignisse.      

Dies geschieht oftmals zufällig durch die Neuordnung altbekannter Objekte und Bilder, Umwidmung fremder Textfragmente, Hinzufügung und Aufbereitung neuer museal-künstlerischer Inhalte  und die Verschiebung von Kontextsituationen im vorgefundenen Szenario.    

Deshalb ist in den Augen des Museums of Coincidence das Ende der Welt unbedingt relativ zu sehen. Denn durch die Beschäftigung mit dem Neuen Museum in Weimar zeigt sich beispielsweise, dass sich Untergangsszenarien an Ort und Stelle nicht nur mit der Errichtung des benachbarten Gauforums (1938) für die Nationalsozialisten und der Bombardierung und teilweisen Zerstörung des Landesmuseums selbst (1945) verbinden lassen, sondern auch mit dem anschließenden jahrzehntelangen inneren und äußeren Verfall des Gebäudes, bis sich letztlich am 25. November 1988 Gesimsstücke von der nördlichen Umfassungsmauer lösten und von der Mauerkrone auf den von Fußgängern frequentierten Gehweg stürzten. Reste dieser Zerfallsvorgänge lassen sich heutzutage in einem fein säuberlich angelegten und ab 18 Uhr beleuchteten Areal hinter den Arkaden und gleich neben dem Museum bestaunen. Die Aufsichtskräfte und der Hausmeister des Museums sprechen an dieser Stelle liebevoll von ihrem Museumsfriedhof. Vergebens sucht man vor Ort nach einem erklärenden Hinweisschild. Liegt also das Ende der Welt somit gleich - exemplarisch restauriert, wohl sortiert, anschaulich geschichtet, romantisch verschneit und treffsicher erhellt - hinter dem Neuen Museum? Eine Ruinenkultur par excellence? Sieht so also das Ende der Welt aus? Sicher doch! Oder?

Foto (1985) mit freundlicher Genehmigung : Claus Bach, Weimar
Textauszüge (Abb. 75A, 76A, 77A, 78A, 79A, 81A): Lutz Krause, Weimar
Katalog: Rolf Bothe (Hrsg.), Neues Museum Weimar, 1997  
Museumsvitrine, Fotografien, Texte, 140x80cm
Museumsfriedhof, Aufsteller, Rathenauplatz, 1400x430cm 

 

KONTAKT

E-Mail: felix.ruffert [at] gmx.de
Website: www.artundwege.dewww.wiederstaen.dekoca-weimar.de