WHITE NOISE_1:5

Gruppenmitglieder Maria Herholz,
Lisa Jasch,
Marc André Rath,
Nadine Katschmarek

 

"WHITE NOISE_1:5" (Bauhaus essentials 2015)

Das Phänomen des auditiven und visuellen Rauschens begreift man als eine unscharfe und undifferenzierbare Reizwahrnehmung; es vereint das Paradox aus Nichtverstehen und Informationsflut. Im Kontrast dazu befindet sich die absolute Stille. Klarheit, Ruhe, Ungestörtheit, Sterilität. An sogenannten “stillen Örtchen” erwartet und verlangt man diese Kriterien. Der Mythos von Ruhe und Stille dieser Räumlichkeiten wird zum Gegenstand des Ausstellungsobjekts. Unter dem Titel „WHITE NOISE_1:5“ werden zehn öffentliche Sanitäreinrichtungen Weimars auditiv und visuell in den Fokus gerückt. In einer Versuchsreihe wurden jeweils fünf unterschiedlich lange Tonaufnahmen, von einer Minute bis fünf Minuten, durch das Tonbearbeitungsprogramm Audacity in Bilddateien umgewandelt. Die Überlagerung der Tonsignale wird durch ein individuelles Gefüge schwarzer und weißer Bildpunkte visualisiert. Die Anzahl der Pixel spiegelt die Detailfülle der Tondaten wieder, die Länge der Tonaufnahme entscheidet über das Bildformat in Pixeln. Während sich die Stabilität des digitalen Bildes auflöst, entfernt sich gleichermaßen seine Referenz. Die Stille des “Stillen Örtchens” wird visuell widerlegt. “WHITE NOISE_1:5” stellt eine ästhetische Konzeption dar, die ihr Ziel nicht in der Präsentation des Objekts sieht, sondern vielmehr die Frage zu beantworten versucht, an welcher Stelle sich das Phänomen des Rauschens zwischen Sinn und Störung positioniert.


 

 

Kontakt

Maria Herholz
E-Mail: funikamia [at] gmail.com
Website: cargocollective.com/mariaherholz

Lisa Jasch
E-Mail: lisa.jasch [at] freenet.de

Marc André Rath
E-Mail: marcandre.rath [at] gmail.com
Website: marcrath.eu